Von den Kredit- und Wertpapierbeständen des Abbauportfolios ist nur knapp ein Viertel übrig


•    Geschäftsjahr endet mit Jahresüberschuss von 13 Millionen Euro
•    WestImmo-Verkauf beschleunigte Abwicklung nachhaltig
•    Deutlicher Risikoabbau auch im Derivateportfolio

Düsseldorf, den 21. März 2016. Die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) hat den Abbau von Krediten und Wertpapieren im vergangenen Geschäftsjahr noch einmal beschleunigt: Zum 31. Dezember 2015 beliefen sich die Positionen im Bankbuch der EAA noch auf 36 Milliarden Euro1. 2015 sank das Volumen der Engagements damit um 16 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang von mehr als 30 Prozent innerhalb eines Jahres.

Seit ihrer Gründung hat die EAA rund 120 Milliarden Euro an Kredit- und Wertpapierbeständen abgewickelt – das sind 77 Prozent der Positionen, die in mehreren Schritten von der ehemaligen WestLB auf die EAA übertragen worden waren. „Wir sind 2015 sehr gut voran gekommen. Vor allem der Verkauf der Westdeutschen Immobilienbank war für uns ein Meilenstein im Abbauprozess“, sagte EAA-Vorstandssprecher Matthias Wargers. Allein durch diese Transaktion gingen die Kredit- und Wertpapierbestände um knapp acht Milliarden Euro zurück.

Zügig entwickelte sich auch der Abbau der derivativen Finanzprodukte im Handelsbestand: Ihr Nominalvolumen sank um gut 124 Milliarden Euro auf rund 340 Milliarden Euro, ein Rückgang um 27 Prozent in 2015. Übertragen wurde ein Volumen von ursprünglich mehr als einer Billion Euro. Damit ergibt sich ein Gesamtabbau von mehr als zwei Dritteln seit 2012 – und ein erheblicher Rückgang von Risiken. Die EAA konzentrierte sich beim aktiven Management des Handelsbestands darauf, komplexe Derivate auf Kredite und Aktien zu reduzieren. Zugleich senkte sie die Zahl der Kontrahenten im Handelsportfolio um rund 350 Parteien oder rund 40 Prozent. Unsicherheiten, die sich aus einer potenziell sinkenden Bonität von Vertragspartnern ergeben könnten, werden so wirksam verringert.

Positives Ergebnis trotz beschleunigten Abbaus

Durch den erfolgreichen Verkauf der Westdeutschen Immobilienbank und Restrukturierungsmaßnahmen im Bankbuch sowie durch konsequentes Kostenmanagement konnte die EAA das abgelaufene Geschäftsjahr erneut mit schwarzen Zahlen beenden. Der Jahresüberschuss beträgt rund 13 Millionen Euro.

Angesichts des weit fortgeschrittenen Portfolioabbaus wird es für die EAA grundsätzlich schwieriger, ihren Aufwand durch laufende Zins- und Provisionserträge zu decken. Diese Entwicklung ist in der gesamten Abwicklungsplanung der EAA bereits berücksichtigt. „Wir freuen uns daher, dass es wieder gelungen ist, durch aktives Portfoliomanagement zusätzliche Erträge zu erzielen und einen Jahresüberschuss auszuweisen“, sagte Wargers. Dabei sank der Verwaltungsaufwand der EAA im Jahr 2015 um etwa 14 Prozent auf rund 300 Millionen Euro. Gemäß aktuellem Abwicklungsplan 2016 wird dieser Aufwand mittelfristig mehr als halbiert.

Nach den Erfolgen der vergangenen Geschäftsjahre sieht der EAA-Vor-stand inzwischen die Möglichkeit, die Abwicklung der WestLB-Portfolios vor dem Jahr 2027 – auf das die Abwicklungsplanung bisher ausgerichtet ist – zu beenden. „Wir prüfen, welche strukturellen Maßnahmen und Verkaufsoptionen geeignet sein könnten, unsere Beteiligten noch schneller aus den Risiken zu entlassen“, so Wargers.    


1 auf Basis konstanter Wechselkurse vom 31.12.2011