Geschäftsbericht 2014

62,5 Millionen Euro Jahresüberschuss bei der EAA

  • Zum dritten Mal in Folge ein positives Jahresergebnis nach Steuern

  • Verkaufsprozesse für wesentliche Beteiligungen erfolgreich durchgeführt

  • Fünf-Jahres-Bilanz: Bankbuch schon zu zwei Dritteln, Handelsbestand zu mehr als der Hälfte abgewickelt

Düsseldorf, den 16. April 2015. Die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) hat 2014 wie schon in den beiden Vorjahren positive Zahlen geschrieben: Sie erzielte einen Jahresüberschuss von 62,5 Millionen Euro, nach 59 Millionen Euro 2013 und 6,6 Millionen Euro 2012. „Wir haben wieder ein gutes Ergebnis erzielt, obwohl der Abbau des Portfolios bereits weit fortgeschritten ist und wir in Folge dessen weniger Erträge aus Zinsen oder Provisionen erwirtschaften“, sagte Matthias Wargers, Sprecher des EAA-Vorstands. Mit dem Jahresabschluss 2014 legt die EAA rund fünf Jahre nach dem Beginn ihrer operativen Arbeit eine positive Zwischen­bilanz vor.

  • Der Bankbestand – er umfasst Kreditengagements, Wertpapiere und Betei­ligungen – ist auf ein Nominalvolumen von gut 52 Milliarden Euro reduziert. In mehreren Tranchen hatte die ehemalige WestLB AG der EAA insgesamt Positionen von rund 155 Milliarden Euro übertragen. Ende 2014 waren 103 Milliarden Euro abgebaut, das sind bereits mehr als zwei Drittel der übertragenen Bestände. Von 103 Milliarden Euro Gesamtabbau entfallen gut 18 Milliarden Euro auf das vergangene Geschäftsjahr.
  • Für zwei wichtige operative Beteiligungen hat die EAA 2014 erfolgreiche Privatisierungsprozesse durchgeführt: Der britische Tochtergesellschaft Basinghall Finance Ltd. ist verkauft. Der Vertrag über die Veräußerung der West­deut­schen Immobilienbank (WestImmo) mit der Aareal Bank-Gruppe wurde Anfang 2015 unterzeichnet. Die Verkäufe senken insbesondere die Komplexität des verbliebenen EAA-Portfolios deutlich und verringern die mit der Abwicklung verbundenen operativen und ökonomischen Risiken. Die Veräußerung der WestImmo wird sich auch positiv auf das Ergebnis der EAA im Geschäftsjahr 2015 auswirken.
  • Der Handelsbestand, überwiegend derivative Geschäfte, beläuft sich aktuell noch auf ein Nominalvolumen von 466 Milliarden Euro. Als die EAA das Portfolio Mitte 2012 übernahm, umfasste es 1.064 Milliarden Euro. „Diesen Abwicklungsauftrag haben wir zu mehr als der Hälfte erledigt“, bilanzierte Wargers. Von 598 Milliarden Euro Gesamtabbau entfallen gut 178 Milliarden Euro auf das vergangene Geschäftsjahr. Der Buchwert des Handelsbestands lag Ende 2014 bei knapp 34 Milliarden Euro, er spiegelt die aktuelle Bewertung der Derivate am Markt wider und ist erheblich geringer als das Nominalvolumen.
  • Die EAA hat sich als verlässliche Emittentin auf den internationalen Finanzmärkten etabliert: 2014 konnte sie erstmals eine großvolumige US-Dollar-Emission platzieren. Mit fortgesetztem Portfolioabbau ist jedoch auch der Refinanzierungsbedarf rückläufig. Ende des vergangenen Jahres beliefen sich die Verbindlichkeiten der EAA gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie die verbrieften Verbindlichkeiten auf insgesamt rund 45 Milliarden Euro, gut 32 Milliarden Euro weniger als bei Übernahme des sogenannten Nachbefüllungsportfolios Mitte 2012.

„Wir haben in der Krise einen substanziellen Beitrag zur Finanzmarktstabilisierung geleistet“, unterstrich Wargers. „Eine internationale Großbank wurde ohne gravierende negative Rückwirkungen vom Markt genommen.“ Das Instrumentarium einer Abwick­lungsanstalt hat sich aus seiner Sicht bewährt: Bei vielen Positionen konnten Verluste vermieden, Risiken entschärft und Werte gesichert werden.  

Trotz des Abbautempos ist die Qualität des verbliebenen EAA-Portfolios weiterhin hoch: Mehr als die Hälfte des Bankbuchbestands weist mittlere, gute oder sehr gute Ratings auf. Die EAA erwartet, dass die ökonomische Entwicklung den Abbauprozess auch in den nächsten Monaten unterstützen und das Portfolio somit wertschonend und zugleich zügig weiter abgebaut werden kann.

„Um dies zu bewältigen haben wir im abgelaufenen Jahr auch unsere Organi­sationsstrukturen weiter optimiert“, sagte Wargers. Durch die Gründung der eigenen Service-Tochter EAA Portfolio Advisers (EPA) hat die Abwicklungsanstalt ihre operative Stabilität gesichert und die notwendige Expertise für die künftigen Auf­gaben gebündelt. Wargers betonte, dass die Gründung der Tochtergesellschaft kosten­neutral umgesetzt wurde und auch die Abwicklungsplanung nicht veränderte.

Die EAA verfügt aktuell über einen eigenen Risikopuffer von rund zwei Milliarden Euro: Um potenzielle Verluste im weiteren Abwicklungsprozess aufzufangen, stehen – auch nach Abbau von zwei Dritteln des Bankbuchs – noch eine Risiko­vorsorge von 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung sowie rund 618 Millionen Euro an Eigenkapital. Desweiteren kann die EAA auf einen Eigenkapitalziehungsrahmen ihrer Beteiligten und des Finanzmarktstabilisierungsfonds von 480 Millionen Euro zurückgreifen, um ihre Kapitalbasis zu stärken.

„Wir sind dem Ziel, die übertragenen Engagements wertschonend abzuwickeln, im Geschäftsjahr 2014 einen guten Schritt näher gekommen“, sagte Wargers. Aus heutiger Sicht und gemäß der aktuellen Abwicklungsplanung werden die Risikovorsorge und das Eigenkapital der EAA ausreichen, um potenzielle Verluste in der Zukunft auszugleichen.